Kampfsport vs. Selbsterhaltung

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Die heutigen Budodisziplinen teilen sich in die Gruppe der Kampfsportarten und Kampfkünste auf. Unter den Kampfsportlern offenbart sich immer deutlicher die Schwäche des Kampfgeistes. Sie verlassen sich meist ausschließlich auf ihre Graduierung oder die "Technik".

Die meisten Budoka versuchen, ihre Kunst, wo es nur geht, zu verteidigen und in Schutz zu nehmen, dabei wird schnell vergessen, dass es oft nur der Zufall war, der sie zu ihrer Kunst führte. War es nicht eben die Kampfsportschule um die Ecke, die am nächsten war, oder der Freund, der sagte "schau dir das doch mal an"? Nachdem wir jedoch diese Kunst einige Zeit betrieben haben, steht sie über allen anderen. Wer verbissen an seiner Kunst festhält, versteht nicht, worum es geht. Tut er es, so sagt Miyamoto Musashi in seinem Buch der 5 Ringe:
"...ist dies lediglich die Meinung eines Einzelnen. Im Lichte der Realität betrachtet hat das keine Zukunft."

Kampfsportarten sind sportlich bzw. wettkampforientierte Sportarten, die in erster Linie die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit anstreben, wohingegen Kampfkünste Traditionen aufrechterhalten und sich von modernen Sportarten bewusst abgrenzen. Das Sparring, wie man das "Kämpfen" in Kampfsport/-Kunstkreisen bezeichnet, wird je nach Art der Kunst unter Berücksichtigung bestimmter Regeln ausgetragen. Der Zeitpunkt des Kampfbeginns ist beiden Kontrahenten bekannt und beiden Seiten ist bewusst, dass nach jeder Niederlage im Ring in einer nächsten Auseinandersetzung ein Sieg folgen kann. Ziel der von beiden Seiten gewollten

Auseinandersetzung sind Preise, Titel oder im Profibereich sogar Ruhm und Geld. Allgemein stehen jedoch mehr die Fitness und der Spaß an der Sache im Vordergrund. Der sportliche Ausgleich und soziale Kontakte zu Trainingspartnern sind dem kämpferischen Aspekt übergeordnet. Einstudierte Formen, partnerschaftliches Sparring und akrobatische Fähigkeiten herrschen in der Welt der Martial Arts vor. Diese Dinge waren einst Mittel zum Zweck und Hilfestellungen auf dem Weg zum Ziel, dem eigentlichen Erlenen des Kampfes. Heute sind sie jedoch zum Ziel selbst geworden - das eigentliche Ziel wurde aus den Augen verloren. Welche Kampfkunst trainiert heute die Konfrontation mit unkontrolliert angreifenden Gegnern, die entschlossen und voller Hass und Zorn um sich schlagen? Die meisten Kampfkünste betreiben das, was wir seit Jahren "Inzuchttraining" nennen. Der Karateka trainiert gegen einen Karateka, der Thaiboxer gegen einen Thaiboxer und der WTler gegen einen WTler.

Mit realistischer Selbstverteidigung wird bereits an jeder Straßenecke um Schüler geworben. Die meisten dieser Selbstverteidigungskünste haben schon viel durch ihr Unterrichtskonzept erreicht. Viele "sportliche Regeln" sind weggefallen (wenn auch moralisch-ethische geblieben sind), das Training arbeitet nicht mehr auf einen sportlichen Wettkampf hin, sondern auf Notwehrsituationen. Hier stellt sich aber das Problem, dass meistens auch nur innerhalb eines Systems unterrichtet wird, d.h. im Taekwondo wird nur Taekwondo SV betrieben, im Judo SV werden lediglich die Judotechniken der SV-Situation angepasst. Wenige

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